Moonlight liegt neben ihrem Napf im ruhigen Morgenlicht eines kühlen Herbsttages.

Die Uhr springt zurück, mein Frühstück nicht

Am 25. Oktober bekommt der Morgen eine Stunde dazu. Ich frage mich, ob unser Alltag das überhaupt mitbekommt.

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Der Morgen hat für mich eine Reihenfolge. Mein Mensch steht auf, im Flur wird es hell, eine Tasse klirrt und irgendwann erscheint mein Napf. Auf dem Ziffernblatt habe ich noch nie nachgesehen.

Am Sonntag, dem 25. Oktober, wird die Uhr in Deutschland um eine Stunde zurückgestellt. Um drei Uhr wird es wieder zwei. Die Nacht bekommt eine Stunde dazu, und viele Menschen freuen sich schon auf den Morgen danach. Ich werde erst einmal horchen, ob der Wasserkocher wie immer klingt.

Der Napf kennt keine Uhr

Menschen richten ihre Abläufe gern nach einer Zahl auf dem Display. Der Spaziergang beginnt um sieben, das Frühstück um halb acht. Wenn die Uhr zurückspringt, stehen diese Zahlen plötzlich in einem anderen Verhältnis zum Tageslicht und zu den Gewohnheiten des Vortags.

Ob ein Hund diese Stunde deutlich bemerkt, lässt sich nicht für alle gleich beantworten. Eine 2025 veröffentlichte PLOS-ONE-Studie zur Morgenaktivität von Hunden rund um die Zeitumstellung hat 29 Begleithunde und ihre Menschen in Ontario beobachtet. Die Hunde trugen Bewegungssensoren. Verglichen wurde ihre Aktivität an den Morgen vor und nach der Rückstellung, unter anderem rund um den Zeitpunkt, zu dem ihre Menschen aufstanden, und rund um den Sonnenaufgang.

Bei den Begleithunden fanden die Forschenden in den erfassten Morgenwerten keinen statistisch messbaren Wechsel am Sonntag der Umstellung oder in den drei Tagen danach. Das ist ein interessantes kleines Ergebnis, aber keine Aussage über jeden Hund. Die Untersuchung umfasste eine kleine, selbst ausgewählte Gruppe erwachsener Huskys und Malamutes in Kanada. Sie erfasste Bewegung am Morgen, nicht Hunger, Fütterungszeiten, Stress oder Toilettengänge.

In der Untersuchung erfasstDamit nicht beantwortet
Morgenbewegung rund um Aufstehzeit und SonnenaufgangOb sich Appetit, Schlafgefühl, Stress oder Toilettenrhythmus ändern
29 Begleithunde mit ihren Menschen in OntarioWas bei jeder Hunderasse und in jedem deutschen Haushalt passiert
Kein messbarer Wechsel in den ausgewerteten MorgenwertenOb ein einzelner Hund die Umstellung gar nicht bemerkt

Die Schlittenhunde aus derselben Arbeit reagierten anfangs anders. Ihre Aktivität vor der Ankunft der Menschen änderte sich am Umstellungssonntag und lag an den folgenden Tagen wieder näher am vorherigen Wert. Ihr Tagesablauf war fest an die Ankunft der Betreuer gebunden. Das ist ein anderer Rahmen als unser Morgen zwischen Bettdecke, Flur und Küche.

Ein ruhiger Übergang reicht

Die Studie hat keine schrittweise Umstellung getestet. Aus ihr lässt sich also kein besonderer 10- oder 15-Minuten-Plan ableiten. Wer den Ablauf vorsorglich verschieben möchte, kann das in kleinen Schritten tun. Es ist eine praktische Möglichkeit, keine wissenschaftlich geprüfte Pflicht.

Ich würde mit dem Vertrauten anfangen: erst aufstehen, dann kurz nach draußen, dann Frühstück. Wenn mein Mensch ihren Wecker eine Stunde später stellt, muss sie nicht gleichzeitig jede Kleinigkeit neu sortieren. Sie kann beobachten, wie sich der Morgen anfühlt, und bei Bedarf die nächste Uhrzeit ein wenig anpassen. Vielleicht ist es für uns auch einfach ein Sonntag mit etwas mehr Decke.

Bei uns beginnt der Tag ohnehin nicht nur mit einer Zahl. Es gibt Schritte im Flur, Licht auf dem Teppich und den Geruch von Tee, der aus der Küche kommt. Im September habe ich schon einmal erzählt, wie wir zwischen Decke und Teppich in den Morgen finden. Und wenn das Licht später kommt, bleibt draußen noch immer genug zu entdecken, wenn die Schatten länger werden.

Am Ende wird mein Frühstück an seinem Platz stehen. Die Uhr darf eine Runde drehen. Ich kümmere mich um die wichtigere Frage: Ist mein Mensch schon wach genug, um den Napf nicht auf den Teppich zu stellen?

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